Die „N40“
Der zweite Hof, nach dem Schwalbenhof, der Leben im Grünen eG im Haselbachtal
N40
Ort: Haselbachtal
Rechtsform: Teil der Dachgenossenschaft „Leben im Grünen eG“
Gebäudetyp: Dreiseithof
Gründung & Fertigstellung: 2022 Kauf
Gruppengröße: 8 Erwachsene
Wohnfläche: 3 Wohneinheiten, 570 m²
Grundstücksgröße: 3.900 m² Gebäude & Garten

Wir haben einmal in der Woche Plenum, davor kochen wir zusammen und essen gemeinsam. Das ist wichtig und auch immer sehr schön, weil unser Alltag doch sehr unterschiedlich ist.
— Tobi (Bewohner im Projekt)
Über das Projekt
Die Genossenschaft „Leben im Grünen eG“ hat nach dem ersten Projekt, dem Schwalbenhof, 2022 einen zweiten Hof (die N40) im Haselbachtal gekauft. Der vorherige Besitzer konnte in der Erdgeschosswohnung als Mieter und Genossenschaftsmitglied wohnen bleiben, bis er 2023 verstorben ist. Nach umfänglichen Sanierungsmaßnahmen zwischen 2023 und 2024 sind die Wohnkapazitäten seit Ende 2025 vorerst vollständig ausgeschöpft.
Im Projekt wohnen aktuell acht Menschen mit verschiedenen Lebens- & Arbeitszeitmodellen als Wohngemeinschaft im ländlichen Raum zusammen. Das Anwesen mit Haus, Garten und weitläufigem Grundstück bietet dabei vielfältige Möglichkeiten zur individuellen sowie gemeinschaftlichen Lebensgestaltung.
Das Objekt umfasst die Hälfte eines Dreiseithofes, dessen Wohnhaus im Jahr 1850 errichtet und 1950 um eine Halle ergänzt wurde. Nach verschiedenen Sanierungsschritten in den 2000er-Jahren ist das Anwesen heute ideal für ein gutes Leben im Grünen: Auf 3.900 m² sattgrüner Fläche genießen die Bewohner:innen eine exklusive Aussicht auf den Heiligen Berg und profitieren gleichermaßen von einer zentralen Lage innerhalb des Ortes.
Im Gebäude gibt es insgesamt drei Wohneinheiten. Aktuell werden die beiden oberen, miteinander verbundenen Wohnungen (266 m²) als eine große Wohngemeinschaft genutzt. Die räumlich abgetrennte untere Einheit (74 m²) wird von einer Zweier-WG bewohnt, die dennoch aktiv am gemeinschaftlichen Leben Teil hat. Rund zwei Drittel der Gesamtfläche werden gemeinschaftlich genutzt: Dazu gehören Co-Working-Spaces, eine Werkstatt, Lagerräume sowie der Garten und eine Streuobstwiese.
Das Projekt liegt rund 35km nordöstlich von Dresden, direkt an der Dorfhauptstraße zwischen den Städten Pulsnitz und Kamenz. Die S-Bahn-Station mit Verbindungen nach Dresden und Kamenz ist in etwa 15 Minuten zu Fuß gut erreichbar. In unmittelbare Umgebung gibt es mehrere alte Steinbrüche als schöne Bademöglichkeiten, während das nahegelegene Bischheim mit einem Kulturzentrum zusätzliche lokale Angebote bereithält.
Der Hof versteht sich als ein lernendes System, das gemeinsam eine Immobilie verwaltet, bewohnt und gestaltet. Es wird versucht, ökologische und soziale Nachhaltigkeit im gemeinschaftlichen Alltag zu verwirklichen und dabei die individuellen Bedürfnisse aller Bewohner:innen bestmöglich mit zu berücksichtigen.
Die Gemeinschaft ist bunt gemischt in Bezug auf Alter, Lebensziele und Erwartungen. Einheitlich ist das Leben in WGs ohne Kinder. Aktuell befindet sich das Projekt in einer dynamischen Phase der Findung und Festigung, in der kontinuierlich eine gemeinsame Basis für das Zusammenleben und Wirken erarbeitet wird.
Unterstützt wurde die N40 durch Fördermittel, die für den Kauf durch das Schwesterprojekt die Schwalbe der „Leben im Grünen eG“ beantragt wurden.
Die Gemeinschaft lebt von einem aktiven Miteinander, das durch regelmäßige Plena, geteilte Lebensmittel sowie gemeinsames Kochen und Essen gestärkt wird. Die praktische Zusammenarbeit organisiert sich in verschiedenen Arbeitsgruppen (AGs) für die Bereiche Garten, Finanzen, Bau und Veranstaltungen. Außerdem macht die Gruppe gemeinsame Ausflüge und verbringt Gemeinschafts-Wochenenden zusammen.
Um den Alltag effizient und ressourcenschonend zu gestalten, wird Infrastruktur gemeinsam genutzt: Dazu gehören Werkzeug, Bürobedarf und -utensilien, Kücheneinrichtung, Waschmaschinen, Sportgeräte, Unterhaltungstechnik sowie Fahrzeuge.
Die Gruppe setzt sich aus Menschen im Alter von 25 bis 57 Jahren zusammen, wobei das Durchschnittsalter bei 34 Jahren liegt.
Ein besonderes Highlight für die Nachbarschaft sind die Scheunenkonzerte. Für die kreative und berufliche Entfaltung stehen zudem umfangreiche Arbeitsräume zur Verfügung, darunter Werkstätten, Co-Working-Spaces und ein Tonstudio.
Für die Zukunft sind verschiedene Projekte geplant, um das Anwesen weiterzuentwickeln und die Gemeinschaft zu stärken. Im Fokus stehen ökologische Sanierungsmaßnahmen, insbesondere der Einbau einer Wärmepumpe und die Installation einer Photovoltaikanlage. Im Garten sollen zudem Hochbeete entstehen. Kulturell sind weitere Scheunenkonzerte und öffentliche Veranstaltungen vorgesehen. Übergeordnetes Ziel bleibt es, als Gemeinschaft weiter zusammenzuwachsen und das gemeinsame Leben zu festigen.







Wir hatten das große Glück, dass das Haus für uns bereits gekauft war. Wir mussten uns also nicht um die Immobilie kümmern, aber um uns als Gruppe.
— Kiki (Bewohnerin im Projekt)

Erfahrungswerte
- gute Strukturen und Aufgabenverteilung schaffen
- Werte, Eckpunkte & Konfliktlösungstool gemeinsam erarbeiten
- Fragenkatalog für Interessierte erstellen
- Workshops mit der Dezentrale
- Gemeinschafts-Wochenenden
- Emo-Plena (zur Klärung von emotionalen & zwischenmenschlichen Belangen)
- manchmal schwer zum passenden Zeitpunkt genügend People-Power zusammenzubekommen
- Altbau birgt stets Überraschungen
- unterschiedliche Ansprüche an Art & Zeitpunkt der Fertigstellung
- Wegzug und Zuzug von Bewohner:innen hat immer zu Unruhe geführt
- Workshops zur Unterstützung im Gruppenfindungsprozess
- großes Wissen und noch größerer Geduld der Dezentrale hat sehr geholfen









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Kontakt
Webseite: leben-im-gruenen.de
Mail: 40@leben-im-gruenen.de
Adresse:
Niedergersdorfer Str. 40
01920 Haselbachtal

